Die Frage stellt sich oft, wie man zu "guten" Adressen mit der Erlaubnis des
Empfängers gelangt. Der Zukauf von Adressen über Listbrokers ist bei E-Mail-
Adressen sehr kritisch, denn die Lebensdauer einer E-Mail-Adresse kann sehr
kurz sein, die Rückverfolgbarkeit zu einer Postadresse ist sehr schwierig und
die Permission ist vom Empfänger oftmals nicht vorhanden.
So empfiehlt es sich, selber mit Aktion zu Adressen mit der Erlaubnis
gelangen.
Information Factory hat freundlicherweise folgenden Case mit Zahlen zur
Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Case: Wie kann man mit Hilfe eines Online-Gewinnspieles Adressen
generieren?
Ziel
Man wollte Adressen der Zielgruppe Motorradfahrer (Produkt
Motorradversicherung) via Internet gewinnen.
Mit dem Gewinnspiel sollen auch Image-Botschaften transportiert werden.
Das Design der Online-Kampagne sollte sich an der Print-Kampagne
orientieren (inklusive drehender Helm als Eye Catcher). Eine direkte
Verlinkung zur HUK24- Homepage, wo der Teilnehmer Informationen zu den
Versicherungstarifen fand und die Möglichkeit, online eine Versicherung
abzuschliessen.
Massnahmen
Popups werden auf mehreren Online Marktplätzen geschaltet. Wer die
richtige Antwort wusste, dem winkten 10 Gutscheine für Motorradzubehör
im Wert von jeweils EUR 250 und als Trostpreise 40 Benzingutscheine im
Wert von jeweils EUR 20. Die Teilnahme (richtige Antwort) wurde zeitlich
verzögert (24 Stunden später) automatisch per E-Mail bestätigt. So konnte
der Dialog mit dem Interessenten fortgesetzt und gleichzeitig die Richtigkeit
der E-Mail Adresse überprüft werden (Bounce Management).

Controlling und Ergebnisse
Dank der dynamischen Erfolgskontrolle konnte das Projektteam den
aktuellen Rücklauf permanent online überwachen. Insgesamt war das Popup
während 9 Wochen geschaltet. Nach Beendigung des Online Projekts konnte
man dem Auftrraggeber 13'187 neue Interessenten mit Namen und E-Mail
Adresse übergeben.
Probleme, die auftreten können
Professionelle Gewinnspielteilnehmer (z.B. Netzpiloten), hängen sich im
grossen Stil an. Der Nachteil dabei ist, dass keine nachweisliche Affinität zu
Motorrädern besteht. In diesem Fall wurden 69'070 Einträge von Netzpiloten
registriert (zusätzlich zu den 13'187 echten Interessenten.
Wichtig ist hier, dass man darauf vorbereitet ist und technisch genügend
Kapazitäten (Hardware) bereit und das Projekt im Auge hält. Zusätzlich Kann
man Sicherheitsmechanismen entwickeln, die das Ausfüllen durch Maschinen
verhindern (Codes abtippen), und es muss jederzeit gewährleistet sein, dass
man die „echten Teilnehmer“ von den „Maschinenteilnehmern“ unterscheiden
kann.
Kosten total
- 300 Euro: Umsetzung POPUP
- 205 Euro: Online Monitor (aktuelle Response) für Projektleiter
- 225 Euro: Hosting für 9 Wochen
- EUR 5.837,40: 13.187 Adressen Interessenten
- EUR 6.907: 69.070 Adressen Netzpiloten (nicht obligatorisch!)
Kosten pro Adresse
- 0.5 Euro pro pro Adresse
- 0.16 Euro für alle Adressen (pro Adresse)
Nicht berücksichtigt sind die Kosten für Banner-Schaltungen oder weitere
Marketing-Massnahmen!
Quelle: Information Factory, 2007, Nürnberg (www.information-
factory.com)
Anmerkung des Autors
Ich selber führe für meine Tourismusportale (www.topin.travel) laufend
Online-Wettbewerbe für die Gewinnung von neuen E-Mail-Adressen durch.
Der Erfolg ist wirklich sehr gross. Wir setzen in unserem Topin-Quiz
(http://wettbewerb.topin.travel) einen viralen Online-Wettbewerb ein
(Quattro-Quiz von Angelink Crossover, www.angelink.ch), der uns in der
Durchführung 2006 fast 2500 und 2007 über 3'000 neue E-Mail-Adressen
mit Permission generierte. So kann man sagen, dass es dieses Vorgehen
auch für kleiner Unternehmen lohnen kann.