Europaweit gibt es mehrere crossmediale Studien, welche den Erfolg von
Online-Werbung nachweisen können. Eine schweizerische Studie ist dem
Autor nicht bekannt.
Multiplaying-Effekt
Der Multiplaying-Effekt crossmedialer Kampagnen wurde in den letzten
Jahren mehrfach nachgewiesen.
Im Durchschnitt kann die Markenbekantheit um rund 20 % gesteigert
werden, wenn der Empfänger die Werbung in mehr als einem Medium
gesehen hat.
Die beiden Studien Alfa Romeo und Krombacher verdeutlichen dies ebenso.

Ebenso hat die European Interactive Advertising Association (EIAA,
www.eiaa.net) in vielen Studien nachweisen können, dass auch die
Kaufabsicht dank Online-Werbung gesteigert werden konnte. Die Studie
"Celebrations-Freenet" zeigt auf, dass dank Online-Werbung tatsächlich auch
mehr Celebrations verkauft werden konnte.

Merkmale crossmedialer
Kampagnen
Durch mehrkanalige Ansprache einer sinnvoll vernetzten Werbebotschaft
kommt es zu qualitativ hochwertigen Zielgruppenkontakten, die in Bezug auf
die Werbewirkung einen Synergieeffekt im Vergleich zur Einzelwirkung eines
jeden Mediums in Mediamix- Kampagnen erreichen.
In einer Studie konnten folgende Forschungsthesen belegt werden:
- Forschungsthese 1:
Die Verlinkung und die Zielgruppenübergabe von einem zum anderen
Medium erhöhen die Reichweite und die Wahrnehmung des Zielmediums.
Der Medienwechsel erfolgt dabei sowohl unmittelbar als auch zeitversetzt.
- Forschungsthese 2:
Die Medienvernetzung verringert die Streuverluste und erhöht den
Zielgruppenanteil.
- Forschungsthese 3:
Eine vernetzte Kampagne führt zu einer deutlichen Steigerung der
Markenbekanntheit und Werbeerinnerung im Vergleich zur Einzelwirkung
jedes Mediums.
- Forschungsthese 4:
Mehrfachkontakte mit einer vernetzten Kampagne führen zu besseren
Bekanntheits- und Erinnerungswerten als Mehrfachkontakte mit einer
Mediamix-Kampagne.
- Forschungsthese 5:
Der Nachweis des Synergieeffekts zeigt sich in der deutlichen Steigerung
der detaillierten Werbeerinnerung [z. B. Slogan, Motiv, Kernbotschaft].
- Forschungsthese 6:
Vernetzte Kampagnen steigern die Kaufbereitschaft bzw.
Handlungsabsicht.
- Forschungshypothese 7:
Vernetzte Kampagnen verbessern die Imagewerte der Marke.
Quelle: SevenOne Media, Vernetzte Kommunikation, Werbewirkung
crossmedialer Kampagnen, 2003: www.sevenonemedia.de
Alfa Romeo
Quelle: www.ems.guj.de
Beworben wurde der Alfa Romeo 147.

Zielgruppe der Kampagne waren Frauen im Alter von 25–39 Jahren.
Kampagnen-Umsetzung
Der Kampagnen-Ansatz war crossmedial: Die Kampagne wurde in Frauen-
und Automobilzeitschriften, auf Websites der EMS und der TOMORROW
FOCUS AG sowie in diversen Privatfernsehsendern platziert.
Studien-Steckbrief
Die Crossmedia-Studie wurde als Onsitebefragung von Internetnutzern mit
und ohne Kontakt zur Kampagne umgesetzt. Befragt wurden Besucher der
EMS-Websites und der Seiten der TOMORROW FOCUS AG, die während des
Erhebungszeitraums in Zeitschriften oder im Internet Kontakt mit der Alfa-
Romeo-Kampagne hatten. Zusätzlich wurde als Nullmessung eine
Kontrollgruppe ohne Kampagnen- Kontakt befragt. Die Stichprobe umfasste
5'337 Personen.
Ergebnisse der Studie
Der gewählte Crossmedia-Ansatz multiplizierte die Aufmerksamkeit für die
Kampagne: Die ungestützte Werbeerinnerung an die Alfa- Romeo-
Werbemittel war bei Personen mit Kampagnen-Kontakt in Print und Online
etwa dreimal so hoch wie bei Personen mit Werbemittelkontakt in nur einem
der beiden Medien. Die spontane Markenbekanntheit konnte ebenfalls
deutlich erhöht werden, und erneut zeigten sich die verstärkenden Effekte
bei crossmedialen Werbemittelkontakten.
Die Kampagne nahm des Weiteren durchweg positiven Einfluss auf das
wahrgenommene Markenbild des Alfa Romeo. Hatten die Befragten
Kampagnen-Kontakt in beiden Medien, stimmten sie besonders stark der
Aussage zu, dass der Alfa Romeo zu ihnen passt. Diese Befragten
bewerteten die Marke außerdem als deutlich jünger und einzigartiger.
Neben diesen insgesamt sehr erfreulichen Kampagnen-Ergebnissen wurde
deutlich, dass die Kampagne die anvisierte Zielgruppe (Frauen, 25–39 Jahre)
besonders gut erreichte: Die jungen Frauen zeigten im Vergleich zur
Gesamtstichprobe ein besonders hohes Informations- und Kaufinteresse für
den Alfa Romeo.

Obige Grafik zeigt, dass das Interesse, eine Alfa Romeo 146 Probe zu
fahren, stark gesteigert werden konnte. Wenn die User mit einem Medium
Kontakt hatten, konnte das Interesse von der Nullmessung von 33.2 auf
38.4 % gesteigert werden, beim Kontakt mit der Werbung in beiden
Werbemedien sogar auf 43.2 %.
Fazit
Print und Online – eine optimale Ergänzung. Die Alfa-Romeo-Studie beweist
den Erfolg des Crossmedia-Ansatzes: Kampagnen, die auf inhaltlich und
zeitlich abgestimmte Kommunikationsmassnahmen in Print- und Online-
Medien setzen, können Multiplikator- Effekte erzielen, die durch
einkanalige Ansprache nicht möglich sind.
Quelle: Schneemann, Kay; Was wirkt wie - Werbewirkung, 2003, Gruhner +
Jahr, Electronic Media Sales.
Krombacher
Die Krombacher-Kampagne wurde zur besten Media-Strategie der Jahres
2004 gewählt. Die Kampagne der Krombacher Brauerei überzeugte dabei
mit einem innovativen Mediakonzept. Die Idee dahinter war, dass man
einen Kasten Bier nahm, diesen mit etwas Regenwald mischte, das Ganze
mit einer Prise Günther Jauch anreicherte, dann mit LTU entschwebte und
mit Partnern wie RTL und WEB.DE tanzte. Fertig war die integrierte
Kampagne des Jahres.
Die Umsetzung: Einen besonders grossen Stellenwert hatten bei der
Krombacher-Strategie das Internet und die PR. Online wurden innovative
Werbeformen eingesetzt, ergänzt von klassischen Formen.
Kampagnensteckbrief:
- Kampagnenlaufzeit: 25.04.03 – 31.07.03
- Medialeistung: 26 Mio. Ad Impressions
- Zielgruppe: 16 - 69 Jahre
- Marketingziel: Verlängerung der TV-Kampagne und Steigerung des
Erfolges von 2002
- Crossmedia / Stand-alone: Cross-Media-Kampagne in TV, POS und Online
- Umsetzung auf WEB.DE: Verlängerung der TV-Kampagne mit dem
MaxiAD+ Spot, Content-Integration über eine Microsite
Ergebnis
Die gestützte Markenbekanntheit stieg um 9 Prozentpunkte oder 35%, die
Werbeerinnerung stieg um 16 Prozentpunkte, bei der Detailerinnerung
bewirkte die Online-Kampagne einen Multiplying-Effekt von bis zu +450%.

Obige Abbildung zeigt, dass Personen, welche die TV- und Internet-Werbung
gesehen hatten, über 4.5 mal mehr Detailwissen verfügten, als solche,
welche nur die TV-Werbung gesehen hatten.
Quelle: Case Study, Krombacher Regenwald-Kampagne – exklusiver Online-
Partner WEB.DE, 2004
Abverkaufsstudie Celebrations (Detailhandel)
Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojektes konnte erstmals
nachgewiesen werden, dass Online Werbung für ein FMCG (Fast Moving
Consumer Good, schnell "drehendes" Konsumgut) unmittelbar zu Umsatz-
Steigerungen im klassischen Handel führt.
Als Verlängerung einer TV-Kampagne erzielte das Medium Online dabei einen
Return on Investment, der doppelt so hoch ist wie der einer reinen TV-
Kampagne.
Somit ist Online Werbung geeignet, Performance-Lücken von TV-Kampagnen
im FMCG-Bereich zu schliessen und die Werbe-Effizienz deutlich zu steigern.
Kampagnenerfolg
Entscheidend für die Beurteilung des Kampagnenerfolgs ist das Verhältnis
zwischen dem eingesetzten Budget und dem Umsatz, der kurzfristig
aufgrund der Online-Kampagne zusätzlich erzielt werden konnte.
Dieses Verhältnis wird als Brutto Return on Investment (BROI) bezeichnet
und erlaubt den Vergleich mit der Effizienz anderer Marketing- Massnahmen.
Der BROI von TV-Kampagnen im Süßwaren-Bereich beträgt durchschnittlich
0.27 (das heißt: ein in TV investierter Werbe-Euro verursacht kurzfristig
einen zusätzlichenUmsatz von 0.27 Euro).
Celebrations erzielte mit seiner TV-Kampagne in der Vergangenheit einen
überdurchschnittlichen BROI von 0.34.
Anmerkung:
Der BROI berücksichtigt nur den kurzfristigen Abverkaufserfolg einer
Kampagne und bildet Imagewirkung und insbesondere längerfristige
Umsatzsteigerungen nicht ab.
Dank der Online-Kampagne konnte der Umsatz von Celebrations in Nielsen II
kurzfristig um 3.8% gesteigert werden.
Das entspricht einem Wert von € 132'434.

Unter Berücksichtigung der Mediakosten von T€ 206 ergibt sich daraus ein
BROI von 0.64 (1 Werbe-Euro erwirtschaftet bereits kurzfristig einen
zusätzlichen Umsatz von € 0.64).
Dieser Wert liegt annähernd doppelt so hoch wie bei einer Celebrations
Mono-TV-Kampagne.
Die Celebrations Online-Kampagne übertrifft eine durchschnittliche TV-
Kampagne im Süßwaren-Bereich sogar um den Faktor 2.8!
Zusammenfassung
- Die Online-Testkampagne erzielte bei Schaltkosten von T€ 206 eine
Reichweite von über 1,8 Mio. Personen in Nielsen II
- Der Kontakt mit der Online-Kampagne erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit
eines Haushalts um 10%
- Die Online-Kampagne steigerte den Umsatz von Celebrations in Nielsen II
bis 2 Wochen nach Kampagnenende um 3.8 %.
- Der sich daraus ergebende Brutto Return on Investment von 0,64 liegt
annähernd doppelt so hoch wie bei einer durchschnittlichen Celebrations
Mono-TV-Kampagne (0,27) und 2,8 mal höher als bei einer
durchschnittlichen TV-Kampagne im Süßwaren-Bereich.
- Der große Erfolg der Online-Kampagne darf allerdings nicht isoliert
betrachtet werden, sondern baut auf der guten Verankerung der Marke
Celebrations im Markt vor allem dank umfangreicher und regelmäßiger
Investitionen in TV-Werbung auf
Quelle: Cramer, Uli, pilot.de, Case Study, "Erstmals auf dem Prüfstand:
Steigert Online-Werbung die Absätze von Konsumgütern im klassischen
Handel?, 2005.
Wirkungsmessung bei Schweiz Tourismus
Schweiz Tourismus hat in einer Wirkungsmessung herausgefunden, auf
welchen Kanälen der Gast die Schweiz als Urlaubsland gewählt hat. Man hat
in einer umfassenden Untersuchung die wichtigsten
Kommunikationsinstrumente auf deren Wirkung untersucht. Von Juni bis
August 2006 hatte man in allen Regionen eine repräsentative Umfrage unter
den Gästen der Schweiz durchgeführt. Die Resultate der Befragung wurden
durch Herrn Prof. Dr. Lässer, Uni St. Gallen (HSG), validiert.
Die Ergebnisse erstaunen nicht sonderlich. Bei der Fremdbeeinflussung findet
man auf dem ersten Rang der Einzelmassnahmen die persönliche
Weiterempfehlung mit 11.8 Prozent. Auf Rang zwei und drei hatte die
Internetseite der betreffenden Tourismusorganisation und des
Unterkunftsanbieters einen hohen Einfluss. Die Internetseite von Schweiz
Tourismus folgt auf Rang 5. Der Reiseführer hat mit 5.4 Prozent einen recht
hohen Einfluss darüber, wohin der Gast in den Urlaub fahren möchte.
Anzeigen und Berichte und Zeitungen und Zeitschriften findet man unter
"ferner liefen" weit abgeschlagen (nicht auf der Grafik aufgeführt).
Zählt man aber die Ränge 2, 3 und 5 als Beeinflussung durch das Internet
zusammen, kommt man auf 16.8 Prozentpunkte. So kann man das
Internet als wichtigstes Kommunikationsinstrument für den Schweizer
Tourismus werten.
