Wie verkauft man übers Internet? - Distributionskanäle
Verkäufe übers Internet müssen nicht zwingend nur über den eigenen E-
Shop erfolgen. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, um Dienstleistungen oder
Produkte übers Netz verkaufen zu können.
Vor einigen Monaten hatte ich ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Ich wollte
meine Saftpresse, die noch ziemlich neu war, loswerden. Aber wie? Ich
schrieb sie auf ricardo.ch aus und konnte sie innert nur 23 Stunden
verkaufen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass es so schnell -
wenn überhaupt - dauern würde.
Meine Schlussfolgerung aus diesem Erlebnis: Auktionen eignen sich
hervorragend, um Gegenstände verkaufen zu können. Dieses Beispiel aus
dem C2C-Umfeld belegt das. Welche Möglichkeiten zum Verkauf übers Netz
gibt es aber im B2C- oder im B2B- Umfeld?
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Grundsätzliche Möglichkeiten und
Distributionskanäle, um Produkte übers
Internet verkaufen zu können?
Man kann die Produkte über folgende Kanäle
anbieten:
- Die eigene Website
- Eigener oder fremder E-Shop (Shop-in-Shop-
Konzept)
- Auktionsplattform
- E-Mall
- E-Marketplace (private Marktplätze)
- Kleinanzeigenmarktplätze
- Preisvergleichs-Websites
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Die Website als Verkaufsinstrument
Es braucht je nach Geschäftsmodell nicht zwingend einen E-Shop, um
Produkte übers Internet verkaufen zu können. In vielen Fällen genügt sogar
die Website, welche verkaufsfördernd wirken und zum Kauf auch offline
animieren kann. Bei KMU genügt in der Startphase oftmals ein
Bestellformular. Diese einfachste Art des "E-Shop" kann später zu einem
"richtigen" E-Shop ausgebaut werden.
Man darf nicht vergessen, dass oftmals die Kauftransaktionen nicht online
durchgeführt werden, aber immer mehr dient das Internet dazu, dass sich
die potenziellen Kunden vorher übers Web informieren, um den
Kaufentscheid zu fällen. Der Kaufakt selber wird dann je nach Produkt offline
durchgeführt.
Der eigene E-Shop kann sich auch für ein KMU lohnen
Der bekannteste E-Shop weltweit dürfte derjenige von amazon.com sein.
Amazon wurde innert 3 Jahren zum grössten Buchhändler weltweit.
Lohnt es sich aber ein E-Shop in jedem Fall und auch für ein KMU?
Vermeintlich kann man sagen, dass sich ein E-Shop vorwiegend für grössere
Unternehmen lohnt. Diese Ansicht hatte ich bis vor kurzem auch vertreten.
Nachdem mir ein Zuhörer nach einem Vortrag erklärt hatte, dass er mit
seinem E-Shop für Coiffeurprodukte doch schon ganz ansehnliche Umsätze
erzielt (www.coiffurewidmer.ch/redken) und er dank seiner Website schon
zusätzliche Kunden gewinnen konnte, denke ich in dieser Sache seither
etwas anders.
Shop-in-Shop-Konzepte erfreuen sich ebenfalls zunehmender
Beliebtheit und sind v.a. für KMU sehr attraktiv.
Nicht immer muss es ein eigener E-Shop sein, um selber übers Netz
verkaufen zu können. Das Shop-in-Shop-Konzept ist mittlerweile weit
verbreitet und bietet die Chance zu Zusatzumsätzen übers Internet an.
Neben der Auktionsplattform ebay bietet fundgrueb.ch dieses Konzept neu
auch auf ihrer Website für professionelle Anbieter an. Der Tonershop auf
www.disdata.ch gehört ebenso ins Konzept der Shop-in-Shop-Konzepte.
Der vollständige Katalog des Anbieters Ecomedia wird im E-Shop präsentiert.
Die Abwicklung erfolgt aber zum Teil über Ecomedia direkt, welche die Toner
unter dem Label „Distrelec“ (als Betreiberin von disdata.ch) ausliefert.
Auktionsplattformen (E-Auction) finden zunehmend im B2C als
Distributionskanal ihren Einsatz
Die Auktionsplattformen sind nicht - wie im eingangs erwähnten eigenen
Beispiel - nur für C2C geeignet. Auch Firmen können hier ihre Produkte
anbieten. Einerseits lassen sich so gebrauchte Gegenstände wie Computer,
Peripherie oder Möbel verkaufen. Andererseits ist aber auch der Verkauf von
neuen Produkten über eine Auktionsplattform möglich und sollte von Firmen
im B2C- und B2B-Umfeld unbedingt in Betracht gezogen werden. So bietet
ebay ein Shop-in-Shop- Konzept für professionelle Anbieter an.
E-Malls haben einen Vorteil: Viel Traffic als Garant für Verkäufe und
Branding
Während der Phase des Internethypes gab es Portale, welche das Konzept
des Malls aufs Internet übertragen wollten. So gab es die Bodenseemall oder
das noch grössere Shoppingate, das in jeder grösseren Stadt in Europa eine
E-Mall eröffnete. Der ursprüngliche Gedanke war die gemeinsame Nutzung
des Standortes im Internet mit Marketingaktivitäten (Vermarktung der
Internetadresse) und die gemeinsame Nutzung von technischen Konzepten
und Ressourcen wie gleiche Shoppinglösung mit einem Warenkorb oder das
gleiche Billingsystem. Das Konzept hat sich nie wirklich durchgesetzt, weil die
Benutzer nicht wie im echten Mall, von Laden zu Laden stöbern, sondern der
nächste Laden ist eben nur einen Mausklick entfernt.
Es haben sich dafür andere Konzepte wie die Shoppingportale der grossen
Portale wie Bluewin oder search.ch durchgesetzt. Gerade Bluewin vereint auf
ihrer Shoppingsite über 500'000 Produkte von rund 100 Anbietern. Über
diesen Marktplatz werden derzeit im Monat rund 1 bis 1.3 Mio. Anfragen an
die Shopbetreiber weiter geleitet und lösen rund 1 bis 1.5 %
Kauftransaktionen (conversion rate) aus. Diese Art der Promotion beginnt
bei einem Preis von CHF 200 monatlich plus Klickpreis oder
Umsatzbeteiligung (Basisangebot, mind. 50 Produkte).
Private Marktplätze (E-Marketplace) reduzieren die Prozesskosten
und erhöhen die Kundenbindung ganz entscheidend
Diese Form der Marktplätze spielt sich ausschliesslich im B2B- Umfeld ab.
Meist sind es keine öffentlichen Marktplätze, sondern die Partner müssen
über speziell zu definierende Schnittstellen eingebunden werden. Dadurch
lassen sich die Prozesse (Stichwort: E- Procurement) stark optimieren und
Prozesskosten sparen. Was ist aus Marketingsicht daran interessant? Mit der
Einbindung des Einkäufers lässt sich eine höhere Kundenbindung erzielen. Der
Einkäufer kann direkt aus seinem ERP-System heraus die Bestellungen
tätigen, bzw. dies durch die Fachabteilungen selber erledigen lassen.
Rubriken-Marktplätze laufen den klassischen Medien immer mehr den
Rang ab
Auch die klassischen Rubrikenmärkte im Internet können als
Distributionskanal eingesetzt werden. Gerade Häuser, Wohnungen, Autos,
Stellen und auch alle möglichen Artikel von der Saftpresse bis zum
Gartenschlauch lassen sich so absetzen bzw. vermitteln. Diese Marktplätze
gewinnen immer mehr an Bedeutung und sind in Märkten wie Immobilien,
Autos oder Stellen kaum mehr wegzudenken. Auch die Kleinanzeigen
entsprechen einem grossen Bedürfnis und werden immer stärker genutzt.
Das Beispiel der craigslist (www.craigslist.org) aus den USA unterstreicht
diese Aussage ganz deutlich. Diese Website ist in den USA dermassen
erfolgreich, dass der Betreiber plant, dieses Modell nach Europa zu
exportieren. Darauf hat kürzlich Tamedia mit einer neuen Website für
Kleinanzeigen (www.piazza.ch) reagiert.
Preisvergleichs-Websites
Möchten Sie sehen, wo Sie ein bestimmtes Produkt am günstigsten kaufen
können, dann suchen Sie am besten eine Preisvergleichssite auf. Bei
Hardware eignet sich z.B. www.toppreise.ch. Für die Vergleiche von
Dienstleistungen wie z.B. Krankenkassenprämien oder Telefongebühren hat
sich Comparis (www.comparis.ch) schon längst einen Namen gemacht.