In der Schweiz haben wir mittlerweile eine Internet-Penetration von rund 72
Prozent erreicht. Die unabhängige Organisation WEMF (www.wemf.ch)
erfasst diese Daten im Rahmen der Studie MA Net und publiziert diese in
ihrem WEMF-Report.
Unten stehende Grafik zeigt die Zahlen der zweiten Welle im Jahre 2006.
Mit den über 3 Mio. Schweizerinnen und Schweizern ab 14 Jahren, welche
das Internet täglich nutzen, ist das Internet definitiv zum Massenmedium
aufgestiefen.

Die am meisten genutzten Services sind gemäss der Statistik
Nutzungsmotive die folgenden:
- E-Mails (81.8 %)
- Suchmaschinen (71 %)
- Tagesaktuelle News (43.3 %)
- Zeitungsartikel (19.2 %)
- Fahrplanauskünfte (17.8 %)


Legende der Nutzungsmotive
Obige Zahlen zeigen wohl auf, wie viele Personen obige Services nutzen. Sie
zeigen aber nicht die Nutzungsdauer auf.
Noch wichtiger für die Werbeindustrie ist die Tatsache, dass wir in der
Schweiz über eine sehr hohe Breitbandpenetration verfügen. Rund 70 % der
Personen mit Internetanschluss verfügten Ende 2006 bereits über einen
Breitbandanschluss. So macht nicht nur das Surfen mehr Spass, sondern es
können auch ganz andere Inhalte innert nützlicher Frist heruntergeladen und
angeschaut werden, die früher zu lange dauerten. Damit gemeint sind Videos
(z.B. Filmtrailers, Werbung in Form von Videos), Podcasts oder Websites mit
Inhalten, welche eine gewisse Ladedauer benötigen. Diese Aufzählung ist
nicht abschliessend, sondern stellen Beispiele dar.

Immer wichtiger wird auch die Tatsache, dass sich die Leute vor einem Kauf
online informieren, aber dann doch offline einkaufen. So ist der Verkäufer in
der Annahme versucht zu glauben, dass sein Geschäft ja schliesslich offline
und nicht online funktionere, was aber einen Trugschluss bedeuten würde.
Denn er weiss ja dann nicht, wie lange der Kunde sich über jenes Produkt
bereits vorher im Internet informiert hat.

Obige Abbildung verdeutlicht dies. Die linke Spalte zeigt, wie viele Personen
online gesucht und gekauft haben. Die rechte Spalte zeigt, wie viele online
gesucht haben, aber doch offline gekauft haben.
Das Beispiel in der obersten Zeile "Holidays" sagt aus, dass 69 % der
Personen ihre Ferien online gesucht haben und davon haben 40 %
(Conversion Rate), also letztlich 27 % auch online gebucht. 42 % der
Personen haben wohl online gesucht, aber dann ihre Ferien doch auf den
klassischen Kanälen gebucht.
Das ist verständlich, denn oft sind die Angebote im Web nicht immer klar
genug, so dass es noch Fragen gibt, die man dann eben klassisch löst und
meistens anruft. Wenn man dann sicher ist, erfolgt gleichzeitig dann die
Buchung auch offline.
Der Medienkonsum verändert sich
Der Medienkonsum verlagert sich immer mehr ins Internet. V.a. die jüngere
Generation verabschiedet sich immer mehr vom Leitmedium TV und
verbringen ihre Zeit online. Das Internet wird das Fernsehen in der Zukunft
wohl als Leitmedium ablösen, wie einige Zukunftsforscher verhersagen.
Unten stehende Grafik zeigt die Veränderung der Nutzung des Leitmediums
TV gegenüber dem Internet auf. Während das Fernsehen von 2003 bis 2005
im EU-Raum inkl. Norwegen nur ganz leicht zugelegt hat, hat sich das
Internet rasant entwickelt. 2003 wurde das Internet während 4.4 Tagen im
Durchschnitt pro Woche und 51 % der befragten nutzten das Internet
zwischen 5 und 7 Tagen. Zwei Jahre später erreichten diese Werte bereits
5.2 Tage bzw. 69 %.
Nachstehende Abbildung zeigt die Mediennutzungsdauer in Grossbritannien,
Deutschland und Frankreich auf. Das Internet ist in allen drei Ländern bereits
auf Rang drei in der Mediennutzungsdauer, also überall liegt es bereits vor
den Printmedien, Zeitungen und Zeitschriften. In Grossbritannien und
Frankreich ist das Fernsehen das am meisten genutzte Medium, in
Deutschland ist es das Radio. In Frankreich war die wöchentliche
Nutzungsdauer im Internet im August 2006 mit 12.6 Stunden im Vergleich
der drei Länder am höchsten.

Bei der jungen Generation verlagert sich die Mediennutzung immer mehr
vom Fernsehen ins Internet, wie unten stehende Grafik zeigt (Quelle:
web2com).
Es wurden 1000 Personen zwischen 14 und 19 Jahren befragt. Diese gaben
an, dass sie mit dem Radio (ca. 57 %) und der Zeitung (ca. 36 %)
aufstehen und dann gegen Abend immer mehr aufs Fernsehen umschalten.
Die Grafik zeigt, dass das Internet immer mehr zum ständigen Begleiter über
den ganzen Tag verteilt wird. Mit der Verbreitung von Breitbandhandys
dürften diese Zahlen in den nächsten Jahren noch massiv ansteigen. Es ist
wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das Internet das neue Leitmedium
werden wird.

Eine andere Zahl ist immer noch erstaunlich. Während beim Medienkonsum
europaweit die elektronischen Medien wie TV, Radio und Internet mit
Werten um die 80 % eindeutig den Ton angeben, widerspiegelt sich das in
den Werbeausgaben bei weitem nicht. In der Schweiz gingen im Jahr 2006
immer noch über 50 % der Werbeausgaben in Printerzeugnisse. Online-
Werbung macht in der Schweiz erst rund 1.5 % aus (siehe Abbildung unten
= 1 %). Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber man kann einen Trend
verfolgen: Printwerbung ist schon seit Jahren auf dem Abwärtstrend,
während Online- Werbung mit jährlichen Wachstumsraten von derzeit gegen
50 % auf sich aufmerksam macht.

Obige Zahlen belegen, dass hier eine Veränderung im Verhalten einer grossen
Masse stattfindet und dass sich Marketers früher oder später mit Online-
Marketing in seiner ganzen Breite befassen sollten. Dieses Buch soll ein
Wegweiser in diesem Dickicht an Informationen sein.