Was ist Online-Marketing?
Bisher hat der Autor noch kaum eine umfassende und brauchbare Definition
für Online-Marketing gefunden. Auch die im Jahr 2004 selber erstellte
Definition konnte ihn nie ganz befriedigen. Für diese Auflage wird ein neuer
Versuch aufgrund der Erkenntnisse der letzten beiden Jahre unternommen.
Definition von Online-Marketing (Version 2007)
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Online-Marketing umschreibt alle Massnahmen und Instrumente, welche die
neuen Medien und Technologien ermöglichen.
Online Marketing kann die klassischen Medien als ein weiterer Channel im
Marketing-Mix sinnvoll ergänzen und dadurch mehr Reichweite erzielen,
insbesondere bei Zielgruppen, welche über die klassischen Medien kaum mehr
erreichbar sind. Dank den vielfältigen Targetingmöglichkeiten (z.B. Behavioral
Targeting und Contextual Advertising) können die Streuverluste im Vergleich
zum klassischen Zielgruppenfokus weitgehend minimiert werden.
Auswertungen von Online-Kampagnen sind in Echtzeit möglich.
Online-Werbung ist die Werbung auf Webseiten mit Werbemitteln in diversen
Formaten.
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Die Arten des Marketing im Vergleich der klassischen mit den Online-
Marketing-Instrumenten

Oben stehende Abbildung zeigt die klassischen Instrumente im Vergleich mit
den Instrumenten des Online-Marketing. Letztlich unterstützen Sie die Arten
und Ziele des Marketing wie Reichweitenwerbung (Firmen- oder
Produktebranding), Direct-Response- Marketing oder Verkaufsförderung.
Online-Marketing ergänzt die klassischen Instrumente. Mit Online-Marketing
erreicht man Zielgruppen, die man heute oftmals mit den klassischen Medien
nur schwer erreichen kann. Als Beispiel seien hier die ganz Jungen erwähnt,
welche man über eine Zeitung kaum, dafür aber mit Mobile- oder E-Mail-
Marketing umso besser erreicht.
Online-Marketing als ein Channel im Marketing-Mix

Obige Abbildung zeigt die Online-Marketing-Instrumente als zentralen
Bestandteil einer integrierten Werbe-Kampagne. Es gibt Beispiele für
Produkte, welche ausschliesslich online erfolgreich lanciert worden sind. Das
soll nicht unbedingt ein Ziel für den klassisch denkenden Marketer sein, aber
eine sinnvolle Ergänzung von Online-Instrumenten schon zu Beginn der
Kampagne integriert und crossmedial einzuplanen, macht absolut Sinn. Denn
dadurch erreicht man gewisse Zielgruppen besser und vergrössert seine
Reichweite. Studien belegen, dass der Multiplying-Effekt klassischer
Instrumente mit Online-Marketing-Massnahmen kombiniert rund 20 Prozent
beträgt.
Der Mehrwert von Online-Marketing
Der Mehrwert und die Möglichkeiten des Online-Marketing lassen sich anhand
eines Beispiels am besten erläutern.
Angenommen, Sie sind der Marketingleiter einer Bank in Vevey und wollen
potenziellen Käufern von Wohneigentum an Genfersee Ihr neustes
Hypothekenprodukt anbieten.
Im klassischen Marketing würden Sie jetzt bestimmt die Adressen der gut
verdienenden Personen in einem gewissen Umkreis für ein Direktmailing
mieten und in einschlägigen Medien Werbung machen, dort wo Sie glauben,
halte sich Ihre Zielgruppe auf.
Es ist möglich, dass sich die von Ihnen angeschriebene Person gerade
kürzlich ein Objekt gekauft hat und womöglich für Jahre für Sie als Kunde
nicht mehr in Frage kommt. Wahrscheinlich gibt es auch viele Leute, die nie
ein Objekt kaufen werden, weil sie es lieber mieten, obwohl sie die Finanzen
dazu hätten. Bei den restlichen potenziellen Kunden ist es wiederum eine
Frage des Timings. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die
Marketingmassnahmen?

Obige Abbildung verdeutlicht dies. Ihre Bank befindet sich in Vevey. Sie
wissen dank Marktforschung, dass es in gewissen Orten, wie z.B. hier in St-
Légier viele gut verdienende Leute gibt, welche das Potenzial hätten, ein
Haus oder eine Wohnung am Genfersee zu kaufen. Wie bei den meisten
Marketing-Aktionen muss es stets ein Ziel sein, den Streuverlust möglichst
klein zu halten.
Hier zeigen sich die Stärken des Online-Marketing: Das Targeting und die
Messbarkeit sind der Mehrwert von Online-Marketing gegenüber den
klassischen Medien.

Obige Grafik zeigt übersichtsartig die diversen Stärken von Online-Marketing
auf, die wir später anhand des Hypothekenbeispiels erklären möchten.
- IP-Targeting
- Geo-Targeting
- Local search
- Demographic Targeting
- Keyword Targeting
- Contextual Advertising
- Behavioral Targeting
- Tracking in real time
- Pay per x (View, Lead oder Transaction)
IP-Targeting
Beim IP-Targeting können Sie aufgrund der Informationen in der IP-Adresse
Ihre Werbung schalten. In unserem Beispiel würde das dann Sinn machen,
wenn man das Produkt auf die potenziellen Kunden aus verschiedenen
Ländern zuschneiden würde. Das hiesse, dass die Kunden mit französischer
IP-Adresse ein anderes Banner zu sehen bekämen, als die Westschweizer
und die Deutschschweizer. Aufgrund der Browsersprache könnte man
zusätzlich das Banner in der Sprache des Kunden einblenden. Ebenso wäre
es denkbar, das Banner nur zu bestimmten Zeiten anzuzeigen. Das dürfte in
unserem Beispiel ab Abend eher Sinn machen, denn tagsüber sind die Leute
ja bei der Arbeit und werden vermutlich weniger Zeit haben, tagsüber
Angebote für Hypotheken zu studieren.
Geo-Targeting
Beim Geotargeting lässt sich der Surferkreis zu 80 Prozent genau auf einen
Umkreis von 20 bis 30 Kilometern lokalisieren. Angenommen, das Produkt
soll nur Westschweizern angeboten werden, dann könnte man das Banner
auch nur den Leuten anzeigen, welche aus diesen Gebieten stammen.
Local search
Bei der lokalen Suche ist jemand auf eine bestimmte Region fokussiert.
Jemand sucht in der Umgebung von Lausanne ein Restaurant auf einer
Kartenlösung, wie sie z.B. von map.search.ch oder local.ch angeboten
werden. So könnte man dort Banner einblenden, welche über dieses neue
Produkt informieren. Gerade für lokale Anbieter aus dem Gewerbe wie z.B.
Hotels oder Restaurants wäre das die ideale Plattform, um zielgerichtete
Werbung zu schalten.
Demographic-Targeting
Es gibt Anbieter, welche über eine grosse Kundenzahl verfügen. Bluewin z.B.
kennt die demografischen Daten ihrer privaten Access- Kunden und reichert
diese mit zugekauften Daten an. So könnte man die Werbung für dieses
Produkt nur einer Zielgruppe mit einem gewissen Alter oder Geschlecht, aber
in diesem Fall eher mit einer bestimmten Kaufkraftklasse anzeigen. Der
Streuverlust ist in diesem Fall doch ganz beträchtlich, da eben nicht nur
derjenige surft, der den Internet-Zugang bei Bluewin bestellt hat, sondern
wahrscheinlich auf der Ehepartner und die Kinder. Dann ist der Streuverlust
ganz bestimmt höher.
Die besten Daten in Bezug auf die demografischen Daten haben Dating-Sites,
wie beispielsweise www.swissfriends.ch. Z.B. kann man aufgrund des Login
genau feststellen, wer sich im Moment im System befindet. Es wird wohl
kaum eine andere Person den gleichen Login verwenden. Das würde keinen
Sinn ergeben. Da man auf einer Dating-Site sehr viele Profildaten eingeben
kann, wird das Targeting so sehr genau. So könnte man z.B. allen
schwarzhaarigen Brillen tragenden Frauen ab 30 Jahren, welche in den
Westschweizer Kantonen wohnen, die Werbung einblenden. Das würde die
Reichweite erheblich reduzieren, dafür aber den Streuverlust minimieren
lassen.
In unserem Hypothekenbeispiel wäre es nicht ganz einfach und vermutlich
wenig sinnvoll, ein Targeting nur aufgrund demografischer Daten, ausser der
Kaufkraftklasse, durchzuführen.
Keyword Targeting
Wer kennt nicht die Keyword-Werbung von Google, die sogenannten Google
AdWords. Wenn jemand nach "Immobilien Genfersee" sucht, könnte man
hier eben diese Werbung für das Hypothekenprodukt dieser Bank in Vevey
einblenden, was den Streuverlust schon ganz erheblich minimiert.
Contextual Advertising
Beim contextual Advertising wird die Werbung im Context einer Webseite
eingeblendet. Die Platzierung der Werbung für das Hypothekenprodukt
würde dann Sinn machen, wenn diese auf einer Webseite mit
Finanzierungsfragen, z.B. auf einem Finanzportal, eingeblendet würde.
Google bietet hier mit seinem Adsense-Programm auch eine entsprechende
Dienstleistung an. So werden die Google AdWords-Anzeigen eben nicht nur
auf Google selber, sondern im Werbenetzwerk von Google angezeigt. Der
Autor ist selber Werbepartner von Google und so werden neben den
Webcams von www.swisswebcams.ch Textanzeigen von Google
eingeblendet. In unserem Beispiel würden die Textanzeigen neben den
Webcams des Genferseegebiets angezeigt werden.
Behavioural Targeting
Im Jahr 2006 ist behavioural Targeting noch nicht umgesetzt und vorerst
noch ein Schlagwort. Aber es dürfte schon bald Realität sein.
Stellen Sie sich vor, ein Benutzer sucht auf einer Immobilienseite in der
Rubrik "Kaufobjekte" im Raum Genferseegebiet. Etwas später schaut er sich
die News auf einer beliebigen Website an. Dort werden ihm aufgrund des
Surfverhaltens (behaviour) Banner dieser Bank, welche das
Hypothekenprodukt anpreisen, angezeigt, und das in der für den User
richtigen Sprache (aufgrund des Browsers).
Hier wäre der Streuverlust aller bisher erwähnten Möglichkeiten am
geringsten, denn wer surft schon heute auf einer Immobilienseite ohne ein
nennenswertes Interesse an Immobilien zu haben?
Tracking in real time
Mit Online-Werbung können Sie den Erfolg in Echtzeit messen, was Sie bisher
von den klassischen Medien nicht gewohnt sind. Es ist im klassischen
Marketing einfach sehr aufwändig, den Erfolg einer Kampagne messen zu
können. Natürlich kann man dies mit Coupons machen, aber die Messbarkeit
von klassischer Werbung ist sehr stark eingeschränkt.
Nicht bei Online-Marketing! Hier kann der Erfolg in Echtzeit festgestellt
werden. Wir sprechen hier nicht von der Messung der Klicks, welche nicht
Auskunft über den Erfolg einer Kampagne geben, sondern von der
Conversion Rate. Man kann z.B. in Google einen Suchbegriff buchen und
sekundengenau feststellen, wie viel Umsatz man mit diesem Begriff erzielen
konnte. Das geht natürlich nur bei Produkten, bei denen kein Medienbruch
stattfindet. In unserem Beispiel wäre es nicht möglich, das
Hypothekenvolumen aufgrund der Online- Marketing-Massnahmen
feststellen zu können, da wohl niemand auf den Banner klicken und ohne
eine Beratung die Hypothek online abschliessen würde. Wohl könnte man
aber feststellen, wie viele Leute sich Unterlagen über ein Online-Formular
anfordern oder eine Beratung wünschen. Aber alle, welche die Online-
Werbung gesehen haben, dann aber zum Telefonhörer greifen, oder bei
nächster Gelegenheit die nächste Filiale aufsuchen, könnte man so nicht
erfassen. Man weiss heute, dass sich immer mehr Leute online informieren
und die Transaktion später dann offline erfolgt.
Pay per x (View, Lead oder Transaction)
Eine Stärke des Online-Marketings stellen die Preismodelle dar, wie man die
Werbetreibenden entschädigt. Das klassische Modell des
Tausenderkontaktpreises (TKP oder engl. CPM) gibt es natürlich auch in der
Online-Werbung. Man zahlt pro tausend Einblendungen (View). Nur ist es bei
der Online-Werbung genau messbar, bei wie vielen Webseiten die Werbung
eingeblendet wurde. Ein Ad-Server misst ganz genau, wie viele
Werbeelemente ausgeliefert wurden und wie oft darauf geklickt wurde. Bei
Zeitungsauflagen ist das viel ungenauer. Man kennt dort wohl die Auflage.
Wie viele Exemplare wurden aber ungelesen weggeworfen und wie viele
haben die Werbung tatsächlich auch gesehen? Der OTS (Opportunity To
See) ist in der Online- Werbung sehr viel härter als bei anderen Medien.
Versuchen Sie einmal Bannerwerbung zu übersehen. Das geht nicht so gut,
wie man Fernsehwerbung ausblenden kann.
Versuchen Sie einmal Ihrer Zeitung zu "verkaufen", dass Sie bei der Werbung
nur pro Lead oder ausgeführter Transaktion bezahlen würden. Ungläubiges
Staunen wäre die Reaktion. Nicht aber bei der Online-Werbung. Comparis
z.B. wird von den Krankenkassen pro Offertanfrage (Lead) entschädigt. Und
die meisten Affiliates erhalten nur bei einem effektiven Verkauf eine Provision
am erzielten Umsatz. Amazon.com hat es allen vorgemacht. Lesen Sie
darüber mehr über Affiliate-Marketing in Kapitel 7.
Links
Wichtige Websites im Umfeld Online-Marketing
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Die WEMF AG für Werbemedienforschung hat die
Aufgabe, im Medien- und Werbemarkt Transparenz
zu schaffen. Dazu stellt sie Mediaplanern,
Medienanbietern und Werbeauftraggebern
verschiedene Statistiken und Studien zur Verfügung.
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Neue Marktforschung in der Schweiz: Net-Metrix
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Internet Advertising Bureau
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Electronic Media Sales von Gruhner + Jahr: Viele
Studien über Online-Marketing und die
Werbewirksamkeit
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Dynamic Logic: Studien, Trends, Marktforschung
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Forschungsergebnisse
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Effizienzstudien, Optimierungen
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News aus der Online-Branche
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European Interactive Advertising Association
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