Virales Marketing ist die gewollte virusartige Verbreitung einer Botschaft.
Wussten Sie, dass die legendäre Moorhuhnjagd zu den erfolgreichsten Viral-
Marketing-Kampagnen im Web gehört? Mit viralem Marketing möchte der
Nutzniesser einer Botschaft oder eines Produktes diese so breit wie nur
möglich streuen. Der Benutzer nimmt eine Botschaft auf und verbreitet diese
in seinem Interesse an viele seiner Freunde weiter.
Kann man eine Viral-Marketing-Kampagne planen oder ist das Ergebnis völlig
dem Zufall überlassen?
Was ist Virales Marketing?
Virales Marketing und Virale Werbung verwenden Marketing-Methoden,
welche vorhandene soziale Netzwerke suchen und so nutzen, um die
Markenbekanntheit durch eine epidemische Verbreitung exponentiell zu
steigern. Oft ist es die Weiterempfehlung eines Produktes, einer
Dienstleistung oder einer Website, die dank Onlineunterstützung die
exponentielle Verbreitung erst ermöglicht. Dadurch können in einer sehr
kurzen Zeit sehr viele Leute erreicht werden.
Quelle: Sinngemäss nach http://en.wikipedia.org/wiki/Viral_marketing.
Wer von Ihnen hat nicht bereits lustige Videoclips oder amüsante Bilder von
Freunden per E-Mail erhalten? Virale Werbung basiert auf der Idee, dass viele
Leute gerne unterhaltsame Inhalte und Spiele an ihre Freunde weitergeben.
Diese Inhalte sind oft von einer Firma gesponsert, welche ihren
Markennamen auf diese Weise bekannt machen möchten.
Virales Marketing ist deshalb in vielen Ländern sehr beliebt, weil deren
Durchführung relativ einfach gestartet werden kann, im Vergleich mit
anderen Kampagnen eher kostengünstig ist und die Aufmerksamkeit und die
Responseraten in der Regel hoch sind. Der Nachteil liegt darin, dass solche
Aktionen immer öfters im Spamfilter hängen bleiben können.
Die einfachste Form von viralem Marketing ist eine Weiterempfehlung eines
bestimmten Produktes oder Inhaltes über einen Link. Oft tragen diese Links
Bezeichnungen wie „Dieses Produkt Freunden weiterempfehlen“ oder „Tell a
friend“. Hier streiten sich die Experten, ob man einen solchen Link bereits als
Viral-Marketing bezeichnen kann. Grundsätzlich ist die Weiterempfehlung hier
gegeben, aber der virale Effekt, die virusartige Verbreitung der Mitteilung ist
damit noch nicht gegeben. Beim Viralen Marketing ist das eine wichtige
Voraussetzung, um als solche bezeichnet werden zu können.
Beispiel Moorhuhnjagd
Die legendäre Moorhuhnjagd war ursprünglich als Werbegag der Firma
Johnny Walker gedacht. Man entwickelte ein Spiel, bei dem man virtuell auf
Moorhühner schiessen konnte. Beim Start des Spieles wurde das Label von
Johnnie Walker unübersehbar eingeblendet. Die ersten Empfänger des gratis
zur Verfügung gestellten Spieles waren derart begeistert, dass sie mit dessen
Weitergabe als Tipp an ihre Freunde Anerkennung ernten konnten. Daraus
entwickelte sich ein Kultspiel, das millionenfach herunter geladen wurde. Der
Werbewert war für Johnnie Walker unbezahlbar. Diese Verbreitung war
damals bestimmt nicht eingeplant, oder zumindest nicht in diesem Ausmass.
Beispiel Firefox
Der Internet-Browser Firefox ist eine OpenSource-Anwendung. Das
Besondere an OpenSource-Software ist, dass der Programmcode frei
verfügbar ist, d.h. man muss nichts für die Lizenz bezahlen. Das Geld wird im
Umfeld von Dienstleistungen verdient. Firefox gehört zur Mozilla Foundation
(www.mozilla.org).
Die OpenSource-Gemeinde nimmt es als sportliche Herausforderung wahr,
die übermächtige Quasi-Monopol-Stellung des Microsoft Internet-Explorers
anzugreifen und Microsoft dereinst vielleicht sogar vom „Browser-Thron“ zu
stossen. Nur fehlen der OpenSource- Gemeinde die Mittel, um das mit
grossem finanziellem Marketingaufwand ermöglichen zu können. Was liegt
also näher, um die Zielerreichung mit Viralem Marketing zu ermöglichen?
So haben die Anhänger von Firefox, eine eigene Website eingerichtet, um
den vielen Anhängern Werkzeuge, Werbemittel, Tipps und Tricks zur
weiteren virusartigen Verbreitung zur Verfügung zu stellen:
www.spreadfirefox.com.
Das Unglaubliche daran ist, dass das alles freiwillig und kostenlos gemacht
wird. Mittlerweile wurde der Firefox seit der Lancierung innert weniger
Monate bereits 25 Millionen Mal herunter geladen.
Nachstehend finden Sie ein Beispiel eines Werbemittels, das gratis zur
Verfügung gestellt wird.
Diese kleine Passage gehört zum viralen Marketing, bzw. dieser kleine
Abschnitt soll ein kleines Stückchen zur Verbreitung des Firefox beitragen.
Dies ist mein Beitrag, da ich selber ein intensiver und begeisterter Benutzer
des Firefox bin.

Beispiel eines Werbeelementes, das Firefox bewirbt.
Quelle:
http://sfx-
images.mozilla.org/affiliates/Banners/300x250/rediscover_white.png
Beispiel Skype
Neustes Beispiel ist die Verbreitung von Skype (www.skype.com). Skype
wurde von den Gründern und Betreibern der Musiktauschbörse KaZaA
entwickelt. Es ermöglicht Telefongespräche über das Internet zu machen.
Sie befinden sich z.B. in einem Hotelzimmer, loggen sich über das WLAN des
Hotels ins Internet ein, laden Ihre E-Mails herunter und können gleichzeitig
gratis oder fast gratis mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner ein Gespräch
führen.
Der virale Effekt entsteht hier durch den grossen Zusatznutzen und dass das
weiter erzählt oder der Link weiter gegeben wird, in der Hoffnung, dass man
mit dem Empfänger bald sehr günstige Telefongespräche führen kann. Von
Skype habe ich von einem Kollegen per E-Mail erfahren. Er erhält dafür
nichts. Das ist klassisches virales Marketing, wenn eine Empfehlung ohne
finanzielle Interessen gemacht wird.
Beispiele in der Schweiz
In der Schweiz fehlen die ganz grossen Beispiele wie die Moorhuhnjagd. Es
gibt aber trotzdem viele gute Ansätze von viralem Marketing. Oftmals
werden diese in Wettbewerbe integriert. In einem Quiz kann man z.B. die
nächste Frage an einen guten Freund weitergeben. So können Quizketten
entstehen. Oder über ein Kartenspiel kann man Freunde zum fröhlichen
Kartenaufdecken einladen. Sobald man die gleiche Karte zieht, gewinnen
beide. Ein Anbieter solcher Viraler Kampagnen ist die Angelink Crossover
Agentur in Zürich: www.angelink.ch.
Fazit
Virales Marketing kann eine hohe Wirkung erzielen. Die wirkliche Verbreitung
ist schwer planbar. Ob man eine Vervielfachung der Kunden oder eben eine
exponentielle Verbreitung erreichen kann, ist kaum oder fast nicht planbar.
Es braucht hier aber auch das Glück des Tüchtigen, der die Vernetztheit des
Mediums Internet begreift und für seine Zwecke intelligent nutzen kann.