Der Textlink war die erste «Werbeform» im Internet. Später kamen dann
Werbeformen in Bildern, die Banner und Buttons, hinzu. In der Phase des
Internethypes war v.a. der Fullbanner und der Button die am meisten
verbreiteten Bannerformen. Schon damals war Bannerwerbung ein wichtiger
Ertragspfeiler in den Businessplänen von Websites und Portalen. Ein Banner
unterscheidet sich von einem Button nur in der Form. Die verschiedenen
Formen werden weiter unten erklärt.
Für die Benutzer/innen war das Internet neu, und so klickte man auf die
vielen bunten Bildchen, die da fleissig auf dem Bildschirm rotierten, denn man
war ja neugierig, was man anschliessend sehen würde. Zu Beginn waren
auch deshalb die Klickraten sehr hoch, teilweise um fünf bis zehn Prozent. Es
war damals das wichtigste Verkaufsargument in einer übertriebenen Zeit. Bei
den Benutzern sind gewisse Werbeelemente nicht sehr beliebt. Mittlerweile
hat man sich daran gewöhnt, dass Banner zu einer professionellen
Internetplattform gehören.
Werbeformate
Die erste Werbeform
im Internet
Was war die erste Werbeform im Internet? Wie bereits schon erwähnt, war
dies der Textlink. Plain-Text-Werbung funktioniert, weil sie nicht als Werbung,
sondern als Inhalt wahrgenommen wird. In Tests wurde immer wieder
festgestellt, dass sogenannte Teaser (meist auf der rechten Seite einer
Website platzierte Inhalte, die den Benutzer auf eine andere Seite locken
(=to tease) sollen) öfters geklickt werden, wenn sie kein Bild
enthalten.(Quelle: www.zeix.com).
Später wurden dann Bilder für die Werbung eingesetzt. Nachstehende
Abbildung zeigt das erste Banner auf einer Internetseite überhaupt. Das erste
Banner erschien auf der Website von zeff.com (vgl. Abbildung unten).

Das erste Banner auf der Website zeff.com.
Standards
gemäss www.iab.net
Wenn Sie bisher geglaubt haben, dass die Banner zufällige Formate haben,
dann irren Sie sich. Banner sind ganz klar weltweit genormt. Die
Organisation, welche für die Normierung zuständig ist, heisst «Interactive
Advertising Bureau» (www.iab.net).
Auf der Seite www.iab.net/standards/adunits.asp finden Sie die weltweit
genormten Werbeelemente:
Banners and Buttons
|
Bezeichnung
|
Pixel
|
|
|
468 X 60
|
|
|
234 X 60
|
|
|
88 X 31
|
|
|
120 X 90
|
|
|
120 X 60
|
|
|
120 X 240
|
|
|
125 X 125
|
|
|
728 X 90
|
Rectangles and Pop-Ups
|
Bezeichnung
|
Pixel
|
|
|
300 X 250
|
|
|
250 X 250
|
|
|
240 X 400
|
|
|
336 X 280
|
|
|
180 X 150
|
Skyscrapers
|
Bezeichnung
|
Pixel
|
|
|
160 X 600
|
|
|
120 X 600
|
|
|
300 X 600
|
Was hier auffällt, sind die Angaben in Pixel. Im Gegensatz zu Zeitschriften,
wo man mit Spalten und Millimetern rechnet, ist bei der Bannerwerbung die
Massgrösse das Pixel. Ein Bildschirm hat eine bestimmte Auflösung. So sieht
ein Banner bei einem Bildschirm mit sehr hoher Auflösung sehr klein aus. Mit
Millimetern wäre das schlicht nicht möglich.
Verschiedene Beispiele der unterschiedlichen Werbeformate finden Sie im
Kapitel "Beispiele Werbemittel".
In der AdFormats Study 2006 der EIAA wird aufgezeigt, wie die
Werbeformate eingesetzt werden.
|
Anteile der Werbemittelformate in Europa (UK, DE, FR, SP und IT)
|
|
|
2004 (in %)
|
2006 (in %)
|
|
Anteil aller unten stehenden Formate zusammen
|
66.4
|
86.3
|
|
Fullbanner
|
56.3
|
20.6
|
|
Skyscraper 120 x 600
|
10.1
|
6.1
|
|
Wide Skyscraper 160 x 600
|
12.0
|
15.7
|
|
Rectangle 250 x 250
|
1.8
|
2.6
|
|
Rectangle 300 x 250
|
11.2
|
27.2
|
|
Leaderboard
|
8.6
|
27.8
|
Am meisten haben in den Jahren von 2004 bis 2006 die Formate
Leaderboard und Rectangle 300 x 250 zugelegt.
Unten stehende Grafik zeigt obige Daten grafisch dar.

Quelle: Goldbach Media Gruppe, electronic media report Nr. 03/2006
Technologien
Statische und animierte Werbemittel
Die einfachste Form ist ein simples Bild entweder im GIF- oder JPG-Format.
Beide Bildformate sind gängige Technologien, wie man Bilder im Internet über
einen Browser anschauen kann. Mit GIF kann man kleine Animation
herstellen.
Rich Media Werbemittel
Das sind Banner, welche auf Technologien wie Flash, HTML, DHTML,
Shockwave, Java etc. basieren.
Beispiele dieser Technologien finden Sie im Kapitel "Beispiele Werbemittel".
Beispiel HTML-Banner Ausflugstipps.ch
Mit einem HTML-Banner kann eine hohe Dynamik erreicht werden. Im unten
stehenden Bdeispiel sehen Sie vier Versionen des dynamischen Banners für
die Website www.ausflugstipps.ch. Die Anzahl der Ausflugstipps wird oben
dynamisch eingeblendet. Zum Zeitpunkt des Screenshots waren das noch
1025. Die Zahl kann täglich ändern. Das zentrale Bild wird zufällig aus der
grossen Bilddatenbank von Ausflugstipps.ch eingeblendet. Zusätzlich kann
man im Banner ein Pulldown-Menu anwählen und die gewünschte Kategorie
wählen, welche ebenso dynamisch generiert werden. Mehr Flexibilität ist in
einem Werbemittel kaum mehr möglich.

Sie können über diesen Link das Banner selber mal testen.
www.ausflugstipps.ch/ads/skyscraper_160x300/
Der HTML-Code dieses Banners ist sehr kurz:
|
<!-- AusflugsTipps Skyscraper 160x300 -->
<iframe src="http://www.ausflugstipps.ch/ads/skyscraper_160x300/"
width="160" height="300" frameborder="0" scrolling="no"></iframe>
<!-- AusflugsTipps Skyscraper 160x300 -->
|
Sie sehen anhand des obigen Beispiels, dass Werbung sehr dynamisch und
interaktiv sein kann.
Beispiel HTML-Banner Swissfriends.ch
Ein weiteres Beispiel eines solch dynamischen Werbemittels setzte einmal die
Datingplattform www.swissfriends.ch auf http://dating.search.ch ein.

Im Werbemittel wurde immer ein sich änderndes Teaserbild eines sich
liebenden Paares angezeigt. Unten wurden je ein Frauen- und ein
Männerprofil aus der Datenbank von Swissfriends eingeblendet. So sah das
Banner immer wieder unterschiedlich aus. Je nach Teaserbild und
eingeblendeten Profilen sah das Banner für die Besucher interessanter oder
weniger attraktiv aus.
Beispiel Videobanner
Immer mehr gelangen völlig neue Formate in Form von Video Ads zum
Einsatz. Sogar Arnold Schwarzenegger hat seine Werbekampagne für seine
Wahl zum Gouverneur von Kalifornien mit einem audivisuellen Videobanner
unterstützt.
Arnold Schwarzenegger hatte für seinen ersten Wahlkampf zum Gouverneur
von Kalifornien ein Videobanner eingesetzt. Dieses und weitere Beispiele
können Sie auf der Website www.videobanner.com betrachten.

Im nächsten Artikel klärt Ueli Weber, CEO von web2com, über die
aktuellsten Trends der Streaming Video Ads auf.
Streaming Video Ads
Streaming Video Ads – die Zukunft der Onlinewerbung
Von Ueli Weber, Geschäftsführer, web2com, 2007 in einem Artikel in der
Netzwoche (gekürzte Fassung)
Webseiten präsentieren sich zunehmend multimedial. Dabei spielt filmischer
Inhalt und Sound eine immer wichtigere Rolle. Der hohe Internetkonsum, die
sehr gute Breitbandabdeckung und Websites mit zunehmend multimedialen
Inhalten sind die beste Grundlage für neue Formen von Onlinewerbung. Dank
neuer Technologien wird der Interaktionsgrad bei der Onlinewerbung noch
zunehmen. Sie wird immer mehr in die multimedialen Erlebniswelten der
Konsumenten integriert. Bewegtbilder im Internet anzuschauen, wird zur
Gewohnheit. Der gesteigerte Online- Videokonsum ist eindeutig auf die
erhöhte Breitbandabdeckung zurückzuführen. Online-Videos schicken sich
an, den klassischen Medien den Rang abzulaufen.
Die folgenden Werbeformen bieten sich im Bereich der Online-Videos
besonders an. Streaming Video Ads kommen als Unterform von Rich Media
Ads in drei verschiedenen Arten zum Einsatz.
- In-Stream Spots
sind filmische Werbesequenzen, die in Videos auf Plattformen wie
beispielsweise Youtube integriert werden.
- In-Banner Videos
werden in ausgelieferte Online-Banner im Format Content Ad,
Expandable, Leaderboard usw. als Video-Elemente integriert. Sie können
vom Internetnutzer in der Regel auf Klick abgespielt werden.
- In-Content Integration:
Hier werden wie bei Product Placement in Fernsehshows Branding-
Elemente des Unternehmens in das Online-Video integriert.
Diese Werbeformen können aus technischer Sicht problemlos von den
Internetnutzern betrachtet werden und sind weitgehend akzeptiert. Im
Werbemittel integrierte Streams übertragen interaktiv Videobotschaften.
Diese Werbeformen eignen sich beispielsweise für Fernsehspots oder Trailer,
die in der Werbeform dargestellt werden. Typischerweise erfolgt das
Streaming durch den Werber erst, nachdem der Benutzer eine Aktion
getätigt hat, um das Ladevolumen beim Anzeigen der Werbung gering zu
halten. Es gelten je nach Website unterschiedliche Regeln für die Integration.
Streaming Video Ads ermöglichen umfangreiche Messungen und wirken
besser als alle anderen Werbeformen.
Bereitschaft für Videowerbung
Beim «klassischen» Video-Advertising sind die Spots die Werbung und laufen
in einem üblichen Werbeformat ab, beispielsweise einem Content-Ad.
Nachteil: In der Regel ist der Ton ausgeschaltet und der User erwartet nicht
unbedingt ein Video. Anders bei den «In-Stream-Spots». Hier geht man
davon aus, dass die Bereitschaft, das Video zu sehen, wesentlich höher ist
und demzufolge auch die Akzeptanz der Werbung. Denn der User erwartet
ein Video, hat seine Boxen eingeschaltet und erblickt ein Format, das er aus
dem TV bereits kennt.
Die Vorteile von Streaming Video Ads sind:
- Internetnutzer kommen mit einer vertrauten Werbeform, den
Fernsehspots, in Kontakt. Die Akzeptanz ist hoch – die beste Grundlage
für eine optimale Werbewirkung und damit der Erreichung von
Werbezielen.
- Werbeauftraggeber können bestehende Inhalte wieder verwenden, das
spart Kosten und erhöht bei zeitgleichem Einsatz von klassischen
Fernsehspots die Wirkung um ein Vielfaches.
- In die Streaming Video Ads lassen sich klickbare Elemente integrieren.
Diese Form der Onlinewerbung überzeugt wie alle anderen auch durch
seine direkte Rückkanalfähigkeit. Der Nutzer kann unmittelbar mit dem
Unternehmen in Kontakt treten.
Targeting und messbare Interaktion
Obschon mit dem Medium Fernsehen schneller eine grössere Menge an
Kontakten hergestellt werden kann, lässt sich bei Streaming Video Ads
mittels Targeting eine Zielgruppe punktgenau treffen, die heute via Fernseher
nur schwer zu erreichen ist. Im Unterschied zur Fernsehwerbung erlaubt
gestreamte Videowerbung die direkte und vor allem messbare Interaktion
mit dem Konsumenten. Da der Beitrag aktiv abgerufen wird, ist die
Aufmerksamkeit des Internetnutzers wesentlich höher als die des
Fernsehkonsumenten. Ein weiterer Vorteil ist die Rückkanalfähigkeit. Das
Involvement steigt. Und das alles in einem kontextbasierten und relevanten
Umfeld. Auch für Pre-Tests von Werbespots könnte Video-Advertising
interessant werden. Im Internet können TV-Werbetreibende ihre Spots
testen und bekommen schnell und günstig handfeste Ergebnisse.
Einer der grossen Vorteile von Online-Marketing ist die Messbarkeit. Leider
fehlen auch hier entsprechende Standards. Beim Streaming Video Ad
kommen vielfältige Messmöglichkeiten zur Anwendung, die in den Reportings
der Ad Server ausgewiesen werden. Der Erfolg von Streaming Video Ads
lässt sich mit diversen Parametern überprüfen. Im Gegensatz zu gängigen
Onlinewerbeformen ist bei einem Streaming Video Ad die Klickrate nicht der
relevanteste Wert. Vielmehr interessiert, wie lange das Video angeschaut
wurde und wie viele Personen das Video zu Ende gesehen haben. Ergänzend
zu Ad Impressions, Ad Clicks, Klickraten und so weiter wird bei einigen Ad-
Server- Anbietern die Kennzahl OAL (On Air Level) erhoben. Der OAL-Wert
gibt Auskunft über die Ausstrahlungszeit des Spots. Es kann somit
festgestellt werden, ob die Werbeträger-Website bereits vor Ablauf des
Spots vom Nutzer verlassen respektive geschlossen wurde. Natürlich wirken
Streaming Video Ads über den Klick hinaus. Mit spezifischen
Forschungsmethoden können Effekte auf Kaufinteresse, Markenbekanntheit
oder Markenerinnerung untersucht werden. In Anbetracht der neuen Fernseh-
Online-Welt werden sich viele Marktteilnehmer umstellen und auch über den
eigenen Tellerrand schauen müssen. Die Mediaplanung wird bunter, denn
Video-Advertising ist generell eine Spezialdisziplin. Mit dem
Zusammenwachsen von TV und Internet finden sich Onlinespezialisten nun
auch mit anderen Gesprächspartnern an einem Verhandlungstisch wieder.
Denn TV-Werbekunden sind heutzutage sehr daran interessiert, ihre
Fernsehwerbung ins Internet zu verlängern. Dabei haben sie vor allem ein
Ziel vor Augen. Sie wollen klassische TV-Werbekunden für das Internet
begeistern.
Quelle: U. Weber, 2007, Artikel in der Netzwoche
Beispiele von Websites mit In-Stream-Spots finden Sie in Kapitel 7,
Unterkapitel Vlogs und auf der Website www.onlinemarketingbuch.info.
Die Begriffsdefinitionen für die Messbarkeit von Video Streaming Ads finden
Sie auf der Website www.onlinemarketinglexikon.info.
Bannerdesign
Regeln für
gute Banners
Beachten Sie bei der Erstellung von Bannern folgende Empfehlungen:
- Richtige Werbeform kann entscheidend sein
- Design
- Passend zum Seitenlayout und der Zielgruppe
- Einfaches Design und klare Schrift
- Keine zu kleinen Schriften => gut lesbar
- Bilder sollen Werbebotschaft nicht verdrängen sondern ergänzen
- Passendes Bild erhöht die Aufmerksamkeit der User
- Werbebotschaft soll sich farblich vom Hintergrund optisch abheben
- Animation
- Animierte Banner sind erfolgreicher als statische Banner
- Zu langatmige Animationen vermeiden!
- => Der Benutzer sieht das Bannerwährend 1 bis 2 Sekunden.
- Periodische Kontrolle, ob Links auf Landingpage funktionieren.
- Werbebotschaft
- Nur eine Werbebotschaft (In der Kürze liegt die Würze)
- Je besser und interessanter die Botschaft, desto grösser das
Interesse
- Botschaft = fordernd, Neugier weckend, informativ, emotional oder
verwirrend
- Dramaturgie: von oben nach unten, von links nach rechts
- Aufforderung zur Handlung
- Aufforderungsverb wie klicken, finden, gewinnen
- Beispiel: Jetzt gewinnen! Preise im Wert von 10‘000 Euro.
- Mehrere Banner gegen "Banner-Burnout"! Das heisst, dass Banner nach
einer Anzahl Einblendungen vom einzelnen Benutzer kaum oder nicht
mehr gesehen werden.
- Nach 2 Wochen verbraucht (-> Frequency Caping)
- 5 –10 Varianten erstellen
- Storyboard aufbauen, d.h. 4 Wochen bis Datum xy, dann 3 Wochen
bis Datum xy etc.
Werbebotschaft
Beachten Sie bei der Erstellung der Werbebotschaft auf folgende Tipps:
- Die Werbebotschaft muss kurz, klar, ehrlich/glaubwürdig sein.
- Es muss ein konkreter Nutzen ersichtlich sein.
- Die Zielgruppe muss angesprochen werden.
- Wichtig: Nur eine Botschaft pro Banner
- Wichtig fürs Branding: Der Brand muss sofort ersichtlich sein.
- Daher nur ein Teil des Banners animieren (wenn überhaupt)
Beispiele Werbemittel
Neben den Standardformen gibt es je nach Websitebetreiber weitere Formen.
Am besten betrachtet man diese online, da die Animationen in einem
Screenshot schlecht darzustellen sind. Man kann sich Dank diesen vielen
Beispielen für eigene gute Banners inspirieren lassen.
Eine grosse Datenbank mit vielen Beispielen bietet Adlink Schweiz auf einer
eigenen Website an:
Ebenso web2com bietet eine grosse Gallerie mit vielen guten Beispielen
online.
Ein sehr gutes Beispiel findet man auf der Schweizer Suchmaschine
search.ch, wo neben den Standardwerbeformen auch selber definierte
Werbeformen publiziert werden:
Ein viertes Beispiel bietet der Online-Vermarkter Admazing auf seiner
Website viele Beispiele an Werbemitteln an: